Dortmund Nazifrei wieder erfolgreich mit Blockade

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Zum zweiten mal nach 2011, als die Schützenstr. über 7 Stunden vor den Nazis blockiert wurde, hat das Blockadebündnis „Dortmund Nazifrei“ erfolgreich geschafft durch Sitzblockaden den Naziaufmarsch erheblich zu stören.

Zuvor hatten wieder viele Prominente, wie der Oberbürgermeister Ulrich Sierau, der Landesarbeitsminister Guntram Schneider und mehrere Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordnete den Aufruf von „Dortmund Nazifrei“ zu friedlichen Blockaden unterstützt.

Um 10.15 Uhr gingen 50 blockadewillige Menschen auf die Kreuzung Bremerstraße/Gerichtsstraße und setzten sich auf diese Straßenkreuzung. Damit wurde die direkte Zufahrt zum Gerichtsplatz blockiert, auf dem die Neonazis geplant hatten ihre Auftaktkundgebung abzuhalten.

Trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei zum Verlassen der Kreuzung blieben Teile der Blockierer sitzen. Somit konnten die anreisenden Neonazis nicht auf den Gerichtsplatz gelangen und waren gezwungen ihre Auftaktkundgebung unter lautem Protest und in direkter Sichtweite der Kundgebung des Arbeitskreises gegen Rechts auf der Gerichtsstraße an der Ecke Hamburgerstraße abzuhalten. Als die Neonazis um 13.45 Uhr losmarschierten, konnten auch die Blockierer nach 3,5 Stunden wieder aufstehen.

Mit unserem legitimen Protest, haben wir wieder einmal deutlich gemacht, dass wir uns den Nazis entgegenstellen. Wir wollen verhindern das Nazis auf unseren Strassen Rassismus und Verherrlichung des Nationalsozialismus propagieren können. Unsere Blockade und die Aktivitäten vieler anderer Demokraten an diesem Tag, war ein deutliches Zeichen, wie unerwünscht diese braune Bande in unserer Stadt ist.

Aus unserer Sicht haben wir heute eine kooperatives und relativ entspanntes Auftreten der Polizei erlebt. Allerdings kam es wieder einmal an vielen Stellen zu unnötigen Kontroll- und Sperrpunkten, die viele Bürgerinnen und Bürger zu sehr weiten Umwegen gezwungen haben. Besonders unverständlich sind solche Sperren, wenn der Aufmarsch der Nazis längst woanders ist. Hier empfehlen wir der Polizei dringend, im Sinne von Anwohnern und Bürgern dieser Stadt, an ihrem Konzept zu arbeiten.

Wir freuen uns über den großen und vielfältigen Protest der heute zu sehen war. Nur wenige Nazis, verglichen mit den letzten Jahren, waren auf der Strasse. Dafür aber sehr viele Bürgerinnen und Bürger die friedlich protestierten. Wir denken nicht dass damit die Bedrohung, die von Nazis ausgeht kleiner geworden ist. Der Böllerwurf bei dem mehrere Demonstranten verletzt wurden und die Aktivitäten der letzten Wochen haben deutlich gemacht, dass Nazis damit arbeiten Menschen zu bedrohen und anzugreifen, dagegen werden wir auch in Zukunft handeln müssen.

Heute war aber ein Tag an dem den Nazis das Marschieren in unserer Stadt deutlich erschwert wurde und Ihnen damit auch gezeigt wurde: „Wir wehren uns effektiv, aber friedlich“. Vielleicht haben wir heute auch das Ende von großen Naziaufmärschen in unserer Stadt erlebt, denn angesichst der vielen Proteste dürfte den Nazis allmählich der „Spass“ vergehen.

Dortmund Nazifrei wird auch zukünftig versuchen Naziaufmärsche friedlich zu behindern und ggf. zu blockieren, damit irgendwann vielleicht tatsächlich Schluss ist mit diesen Aufmärschen. „Es reicht!“

Bedanken möchte wir uns bei den vielen Unterstützerinnen und Unterstützer. Mit dieser vielfachen Unterstützung wird deutlich, dass Blockade als Protestform eine breite Unterstützung genießen.